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Vom Stolpern und der Einsicht

Diese Woche bin ich gestolpert… Wenn man es genau nimmt, dann bin ich auch letze Woche gestolpert, nämlich über meine eigene Naivität.

Das Schreiben von schlauen und gut durchdachten Texten ist nicht einfach. Diese Schwierigkeiten vervielfachen sich mit unzureichender Vorbereitung. Die Gedanken werden undurchsichtig und der Wortfluss zäh, wie Fortbildungen im öffentlichen Dienst.

Die Frage die sich mir erneut gestellt hat ist folgende: Was ist das Ziel von diesen Texten auf denkversuche.com? Ist es jede Woche einen kleinen Gedanken über ein Thema zu schreiben, das mich in der Woche begleitet hat?

Der Aufwand für diese Textgattung ist nicht besonders hoch. Ich muss lediglich in meinen Notizen nachschlagen und die Gedanken, die ich dort, in einem Moment der Klarheit hatte, wieder verwerten.

Ich sage auf keinen Fall, dass solche Tips-basierenden Texte keine Daseinsberechtigung hätten. Sondern dass dies nicht das Hauptziel von den Texten auf Denkversuche.com ist.

Das Ziel ist vielmehr, meine Gedanken auszuarbeiten, neue Denkmuster, soziale Strukturen, neue Philosophien und neue Gedanken über Gott zu entwickeln. Und mit diesem Ziel reicht die Vorbereitung, die ich in den letzten zwei Wochen für die Texte eingesetzt habe, nicht aus. Das Gedankenfundament war da, aber nicht die eigentliche Arbeit. Irgendwie hatte ich gedacht auch die tiefgründigen, vielschichtigen Texte an einem Abend einfach runter schreiben” zu können.

Und genau da bin ich gestolpert.

Ich habe den Preis für einen guten Text nicht gezahlt. Denn, der Preis für einen guten Text ist immer eine gründliche Vorbereitung oder: Research.

Was habe ich also an meinen Texten von den beiden letzen Wochen, die ich (noch) nicht veröffentlicht habe, vermisst? Oder anders gefragt: was macht einen schlechten Text aus?

Der berühmte Rote Faden ist dann mehr ein zerknäultes Stück Schnur, dass in alle Richtungen ausgefranst ist. Dies ist besonders an der nicht zusammenhängenden Argumentationsstruktur zu erkennen, die nicht nur unschlüssig sondern auch unvollständig ist. Das Ergebnis bei solchen, unguten Texten ist oftmals eine vereinfachte und wenig abgewogenen Schlussfolgerung.

Vielleicht kann das der Gedanke der Woche sein: Je mehr ich denke, dass ich verstehe, desto weniger verstehe ich. Und wenn ich denke ich verstehe ein Konzept ausreichend, ist das ein Zeichen dafür, dass ich eigentlich nichts verstehe.

Zu einer guten Einsicht gehört natürlich auch ein handfestes Ziel. Aber was kann das Ziel sein? Das Versprechen mehr Zeit in die Vorbereitung oder den Research zu investieren? Wie so oft fehlt es mir in meinen Gedanken etwas an dem Praxisbezug…

Aber dieses Versprechen kann ich geben: ich werde weiter versuchen darüber nachzudenken.

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